Endspurt für Klosterausstellung: Letzte Chance für einen Blick in 500 Jahre Geschichte

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Die Sonderausstellung „Zerstört, vergessen, ausgegraben – das Kloster Kaltenborn bei Emseloh“ ist noch bis zum 6. Januar 2026 im Spengler-Museum Sangerhausen zu sehen. Seit der Eröffnung am 30. April 2025 haben bereits über 4000 Besucherinnen und Besucher die archäologischen Funde aus dem ehemaligen Kloster Kaltenborn bestaunt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Ausstellung schon so viele Gäste im Spengler-Museum begrüßen durften“, sagt Monika Frohriep, Leiterin des Spengler-Museums. „Die Menschen sind fasziniert von der Geschichte des ehemaligen Klosters und entdecken dabei ein Stück Vergangenheit direkt vor ihrer Haustür.“

Die Sonderausstellung wurde in Kooperation mit Erlebniswelt Museen e. V. und dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) realisiert. Präsentiert werden Funde aus den ersten beiden Grabungskampagnen auf dem Gelände des ehemaligen Klosters.

„Die Ausstellung ist Teil der Landesausstellung Sachsen-Anhalt zum Bauernkriegsgedenken und damit unser Beitrag zum Jubiläum, 500 Jahre Müntzer und Bauernkrieg in Deutschland‘“, erklärt Mike Leske, Geschäftsführer des regionalen Museumsverbunds. Er zeigt sich stolz auf die Präsentation: „Anhand zahlreicher Funde werden die dramatischen Ereignisse vor 500 Jahren am Beispiel Kaltenborns greifbar.“

Besonders eindrucksvoll sind die vielen Scherben von Ofenkacheln. „Eigentlich waren die Augustinerchorherren zu einer bescheidenen Lebensweise verpflichtet. Der Luxus prächtiger Kachelöfen stand dazu im Widerspruch“, so Leske weiter. „Der Unmut darüber – zusammen mit der hohen Abgabenlast – entlud sich schließlich in einem Gewaltakt, der zur Zerstörung des Klosters führte.“ Die Spuren dieses Überfalls lassen sich auch an anderen Fundstücken erkennen: Bronzene Zierbeschläge sind Überreste von mutmaßlich zerstörten Büchern. Viele der Angreifer waren des Lesens nicht mächtig – man hielt die Bücher offenbar für Abgabenverzeichnisse und hoffte, mit deren Vernichtung die Schulden zu tilgen.

Noch bis zum 6. Januar 2026 können Besucherinnen und Besucher im Spengler-Museum in die über 500-jährige Geschichte des Klosters eintauchen. Danach kehren die Exponate zurück in das Depot des Landesamtes. „Wir möchten die Funde aus Kaltenborn langfristig in der Region halten und weiterhin zugänglich machen“, betont Leske. „Dazu stehen wir bereits mit dem Landesamt in engem Austausch.“

Das Kloster Kaltenborn wurde 1118 von einem Graf Wichmann und seiner Gemahlin Kunigunde, Tochter des Thüringer Landgrafen Ludwig des Springers, gestiftet. Vom Hochadel begünstigt, entwickelte es sich rasch zu einem der wohlhabendsten Klöster der Region – einem geistlichen Zentrum mit großem Einfluss und Ansehen. Doch die Blütezeit endete abrupt: Am 30. April 1525 wurde das Kloster von aufständischen Bauern aus Riestedt und Emseloh geplündert und zerstört. Von dieser Verwüstung erholte sich die Gemeinschaft nie wieder; 1538 wurde das Kloster endgültig aufgehoben.

Zwischen 2023 und 2025 führte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt drei Grabungskampagnen auf dem Gelände durch. Die geborgenen Funde eröffnen neue Einblicke in das klösterliche Leben, die Architektur und die bewegten Ereignisse vor 500 Jahren – und lassen die Geschichte Kaltenborns für die Besucherinnen und Besucher heute wieder lebendig werden.

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